Naturfotografie in der Bergwelt Liechtensteins

Naturfotografie in der Bergwelt Liechtensteins

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Heute werde ich die Bergwelt Liechtensteins aus naturfotografischer Sicht etwas genauer beleuchten. Schließlich liegt rund die Hälfte des Staatsgebietes in höheren Lagen des Rätikongebirges. Trotz der überschaubaren Landesfläche von nur knapp 160 Quadratkilometer weisen insgesamt 32 Berge Höhen von 2.000 Meter und mehr auf. Die höchste Erhebung ist der Vordere Grauspitz mit 2.599 Meter.

Bekannte Gipfel und ihre Bewohner

Die wohl bekanntesten Gipfel des Landes sind die Drei Schwestern (2.052 Meter), über die der sog. Fürstensteig mit spektakulären Aussichten ins Rheintal führt. Die Begehung und auch die Aufstiege auf Falknis (2.560 Meter) und Vorderen Grauspitz setzen Kondition und Trittsicherheit voraus. Wer es etwas beschaulicher angehen lassen möchte, kann wunderschöne und relativ einfache Wanderungen zum Galinakopf (2.198 Meter)  oder rund um das Bergdorf Malbun – höchste Siedlung Liechtensteins mit einer Seehöhe von 1.600 Meter – unternehmen. Trotz des in dem Hochtal betriebenen Tourismus kannst du in der Umgebung stimmungsvolle Tier- und Pflanzenaufnahmen machen.

So gibt es an den Hängen rund um Malbun sehr viele Murmeltiere. Bei Annäherung flüchten sie zwar zunächst schnell und laut pfeifend in ihre Bauten. Wenn du dich ruhig verhältst, kommen sie nach einer halben Stunde wieder zum Vorschein, um die Lage zu sondieren. Ich habe dort schon sehr viele Stunden auf den Alpweiden vor den Bauten gelegen. Und das lustige Treiben der geselligen Nager beobachtet und abgelichtet. Je nach Witterung ist die beste Zeit Mitte bis Ende Juli. Wenn die Jungtiere die nähere Umgebung ihrer Bauten erkunden und fleißig mit Artgenossen das „Raufen“ üben.

Meine zweite Lieblingstierart in Liechtenstein sind die Gämsen, die in der gesamten Bergwelt häufig anzutreffen sind. Klar, es nutzt natürlich sehr, wenn man ihre Einstände und Wechsel kennt, um zu brauchbaren Bildergebnissen zu gelangen. Schneehühner gibt es beispielsweise auf dem Naafkopf (2.570 Meter) recht viele. Mit meiner bisherigen Bildausbeute bin ich aber noch nicht zufrieden. Vereinzelt kannst du  Steinböcke antreffen, was mir bisher leider noch nie gelungen ist. An der Waldgrenze kannst du im Herbst gut Birkhühner bei der sogenannten Nachbalz und vor allem kapitale Hirsche bei der Brunft hören.

 

Makrofotografie

Makrofotografen kommen in den Bergen Liechtensteins voll auf Ihre Kosten. Wobei ich die Vielzahl an Insekten und Spinnentieren gar nicht im Detail aufzuzählen vermag. Es gibt etliche fotogene Leckerbissen aus der Pflanzenwelt. Neben der Blüte des Almrausches sind diverse Orchideen und noch große Bestände an Türkenbund- und Feuerlilien an den Berghängen zu finden. Eine sehr empfehlenswerte Wanderung für die Fotografie der Alpenflora ist der Fürstin Gina Weg, der vom Sareiser Joch über den Augstenberg (2.359 Meter) zur Pfälzer Hütte (2.100 Meter) führt. Die Pfälzer Hütte ist die zweite und höchstgelegene Hütte des Liechtensteiner Alpenvereins. Dort kannst du nicht nur zünftig einkehren, sondern auch wunderschöne Sonnenauf- und –untergänge erleben kann. Im Spätsommer übersäht der hochgiftige blaue Eisenhut die Alpweiden, bevor langsam der Hebst einzieht. Das Farbfinale im Jahr bildet die wunderschöne Gelbfärbung der Lärchen des Bergwaldes, die die Landschaft nochmals kräftig erstrahlen lässt.

Trotz seiner kleinen Landesfläche bin ich immer wieder beeindruckt, was ich bei meinen Fototouren im „Ländle“ alles entdecken und ablichten kann. Ich freue mich schon wieder auf den nächsten Ausflug in die Region.

 

Vielleicht hast du noch ein paar Foto-Tipps für Martin Stolz und die anderen Leser dieses Beitrags?

 

Alle Fotos in diesem Beitrag wurden von Martin Stolz gemacht und sind urheberrechtlich geschützt!

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