Interview mit Andreas Fink

with Keine Kommentare

 

 

 

Andreas Fink stand uns für einige Fragen über seine Fotografie zur Verfügung.

 

 

 

 

 

 

 

Wie hat deine Leidenschaft für die Naturfotografie begonnen, und was hat dich ursprünglich dazu inspiriert, diesen Weg einzuschlagen?

Ich war schon immer viel draußen unterwegs, vor allem in den Bergen. Irgendwann entstand dann einfach der Wunsch nach schönen Fotos der Landschaften. So begann ich mich mit dem Kauf einer Kamera zu beschäftigen und den ersten halbwegs brauchbaren Fotos bin ich in das Thema regelrecht reingekippt.

 

Andreas Fink, wer deine Fotos kennt, weiß, dass du am liebsten Landschaften fotografierst. Wie findest du die Orte, an denen du fotografierst – eher durch Planung oder durch Zufall und Entdeckung?

Sowohl als auch. Wenn ich auf Reisen bin, dann überlege und recherchiere ich schon wo gute Fotospots sind, schaue Fotos anderer Fotografinnen und Fotografen, ermittle zu welcher Tageszeit es dort am günstigsten ist usw. Im Internet wird man da ja recht schnell fündig. Das heißt, ich versuche so gut es geht zu planen. Vor Ort dann lasse ich es dann eher auf mich zukommen, versuche mit der vorhandenen Situation zu dealen und nehme mir dann auch sehr viel Zeit. Ich denke es ist wichtig nicht nur drauf los zu schießen, sondern erst einmal die Umgebung wirken zu lassen, zu sehen was und wer überhaupt da ist und so ein Foto entstehen zu lassen. Wenn mir ein Ort gefällt, kann es auch schon mal passieren, dass die Pläne über Bord geworfen werden und ich mich dort länger oder öfter aufhalte. Manches passiert aber auch einfach, weil ich im Vorbeifahren oder Wandern etwas sehe oder wo was lese das mich interessiert. Dann kann es sein, dass ich mich einfach dranmache und versuche fotografisch etwas umzusetzen.

 

 

Aber auch die Tierfotografie liegt dir! Magst du uns ein bisschen mehr darüber erzählen, warum du auch in diesem Genre Gefallen gefunden hast?

Tierfotografie ist einfach spannend, herausfordernd und aus meiner Sicht sehr lehrreich. Jede Situation ist neu, anders und man hat unzählige Möglichkeiten wie man ein Tierfoto gestaltet. Wenn zwei Menschen zur gleichen Zeit am gleichen Ort das gleiche Tier fotografieren, hat man meist unterschiedliche Ergebnisse. Das finde ich echt cool.

Kreativ, dokumentarisch, formatfüllend und detailreich oder mehr das Habitat betonend. Es gibt dabei unendliche Möglichkeiten, die es für mich so abwechslungsreich macht. Ich persönlich binde gerne die Umwelt in das Foto mit ein und freue mich, wenn es gelingt eine kleine Geschichte oder ein Gefühl in das Foto zu verpacken. Durch die Tierfotografie habe ich aber auch begonnen, mich mehr mit den Verhaltensweisen der Tierarten zu beschäftigen, wodurch das Ganze noch einmal viel spannender wird.

 

Gab es Situationen, in denen du bei deinen Aufnahmen an deine Grenzen gestoßen bist – körperlich oder emotional?

Glücklicherweise halte ich körperlich ein bisschen was aus und mir passierte es noch nicht oft. Vor zwei Jahren aber hatte ich eine derartige Situation. Wir hatten eine Bergtour auf den Hohen Sonnblick geplant und da es der 15. August war, wollte ich die Gelegenheit nutzen die Perseiden vom Sonnblick aus zu fotografieren. Blöderweise hatte ich am Vortag aber noch Fieber und schleppte halbkrank das ganze Zeug da rauf. Ich war oben durchgeschwitzt und fix und fertig. Tja – und in der Nacht hatte es dann auch noch Nebel. War vielleicht nicht die gescheiteste Aktion.

Die Naturfotografie ist aber allgemein ein sehr emotionales Thema für mich, wenn ich sehe wie sich nur die nähere Umgebung bei mir seit meiner Kindheit verändert hat und es kaum mehr möglich ist alltägliche Tiere wie Füchse, Laubfrösche usw. ohne lange Suche zu sehen. Diese Entwicklung bereitet mir schon einiges an Kopfzerbrechen.

 

Andreas Fink, wie gehst du mit Enttäuschungen um, wenn das Wetter, das Licht oder die Tiere nicht so mitspielen, wie du es dir erhofft hast?

Eigentlich enttäuscht es mich kaum, denn irgendwas ergibt sich fast immer. Es ist halt das Wesen der Naturfotografie. Zum Glück ist Natur so vielfältig. Außer auf Reisen ziehe ich selten mit einem bestimmten Ziel los. Einfach die Augen offen halten und die Umgebung wahrnehmen. Aber klar, eine Woche Nordnorwegen im Winter und kein einziges Nordlicht – da wäre ich natürlich auch angefressen.

 

 

Welche Ausrüstung ist für dich unverzichtbar, und worauf könntest du überraschenderweise gut verzichten?

Vier Objektive habe fast immer in der Tasche: Makro 105 mm / F1.8, Weitwinkel 14-32mm / F4, mein Standardobkjektiv 24-120 mm / F4 und mein eigentliches Mittel für Vieles, ein Telezoom 100-400 mm / 4,5 – 5,6. Und natürlich ein Fernglas.

Ganz gut verzichten kann ich mehr und mehr auf mein Stativ. Und ja – natürlich auf das ganze Postprocessing am PC. Aber das muss halt leider sein.

 

 

Hat sich dein Stil im Laufe der Zeit verändert – und was glaubst du, hat dich dabei am meisten geprägt?

Ich bin mir sehr sicher, dass sich mein Stil verändert hat und sich hoffentlich weiter verändern wird. Zu Beginn habe ich sicher Fotos „nachzumachen“ versucht, später dann mehr mein eigenes Ding. Die Fotos sind im Laufe der Zeit etwas reduzierter geworden und ich achte mehr darauf nur das am Bild zu haben, was unbedingt darauf sein soll. Am Beginn war das sicher anders. Bei dieser Entwicklung haben mich auf jeden Fall verschiedene Fotografen geprägt, deren Arbeit und deren Einstellung zur Naturfotografie ich verfolge. Erwähnen möchte ich an der Stelle den Rupert Kogler, von dem ich in den letzten Jahren viel Fotografisches lernen durfte, dessen Zugang zur Naturfotografie ich aber auch sehr schätze. Aber auch ein Eric Malm mit seiner ICM – Technik fasziniert mich sehr.

Was würdest du jemandem raten, der gerade erst in die Naturfotografie einsteigt?

Mir haben verschiedene Workshops, an denen ich teilgenommen habe, sehr geholfen. Die Tipps und Tricks der Workshopleiter und der Teilnehmer waren eine enorme Starthilfe, ebenso wie die abschließenden Bildbesprechungen. Es gibt da ja ein sehr breites Angebot für die verschiedenen fotografischen Genres.

Und wenn ich einen Ratschlag geben darf: Auch wenn die Technik wichtig ist – am Beginn erst mal nicht zu viel darum kümmern. Ein ordentlicher Bildausschnitt und ein gelungener Bildaufbau sind sicher mal genug zu tun fürs Erste und für mein Dafürhalten wichtiger als die Schärfe im letzten Pixel (wenn ich mal von Makros u.ä. absehe) und die eine oder andere kleine Überbelichtug.

Bei der Tierfotografie habe ich viel im eigenen Garten, im Wald oder sonst wo in der nahen Umgebung mit Vögel, Pflanzen, Hauskatze usw. gemacht und mache es noch immer. Man kann ohne Stress sein Equipment kennenlernen, alles Mögliche probieren und das zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Wenn du mit einem deiner Fotos eine Botschaft an die Welt senden könntest, welche wäre das?

Ui, ob ich mir anmaßen soll eine Botschaft in die Welt zu schicken? Aber wenn es eine wäre, dann: Es lebe die Vielfalt und die Einzigartigkeit!!

Gerade die Naturfotografie zeigt die ganze Pracht und Vielfalt unseres Planeten. Im Großen und im Kleinen. Ich sehe es auch als Aufgabe von Fotografinnen und Fotografen mit ihren Fotos beizutragen, dass Menschen mehr Verständnis und Wissen um die Bedeutung und die Schutzwürdigkeit unserer Ökosysteme bekommen.

 

Du bist „Naturfotograf des Jahres 2025“. Herzlichen Glückwunsch nochmal zu dieser Auszeichnung! Mit einem Kategoriesieg, zweiten und dritten Plätzen und Highlights hast du reichlich Punkte für den Gesamtsieg gesammelt. Was ist das für ein Gefühl, als „Naturfotograf des Jahres 2025“ ausgezeichnet zu werden und was ging dir durch den Kopf, als du von deinem Sieg erfahren hast?

 

Naja, ich war schon sehr überrascht. Sehr oft sehe ich mir Fotos der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an und finde sehr viele, sehr großartige Arbeiten. Da fiel es mir schwer zu glauben, dass ich da um den Gesamtsieg eine Rolle spielen kann. Bei der Siegerehrung selbst wird ja ein gutes Foto nach dem anderen aufgerufen und ich dachte mir einige Male, als ich bei den Highlights noch nicht dabei war: „Logisch, das ist schon recht gutes Zeug“. Umso größer war die Freude, wenn dann ein Foto weit vorne platziert war und am Ende der Gesamtsieg dabei herauskam. Wir haben im VTNÖ ja schon ein sehr gutes Niveau, da freut es mich natürlich umso mehr diese Auszeichnung bekommen zu haben!

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wenn du willst, halten wir dich - maximal einmal monatlich - auf dem Laufenden.