Interview mit Marco Steiner

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Steiner

 

 

Die Fotos von Marco Steiner stechen definitiv hervor! Er hat sich auf die „Blackwaterfotografie“ spezialisiert. Dh. er fotografiert nachts im offenen Meer. Mit viel Knowhow und perfekten Tauchkenntnissen gelingen ihm immer wieder beeindruckende Fotos!

 

 

 

 

 

 

Auf welche Themenbereiche der Naturfotografie hast du dich spezialisiert und was inspiriert dich hierbei?

 

Ich fotografiere eigentlich nur Unterwasser. Mein Schwerpunkt ist seit ein paar Jahren die Blackwaterfotografie, wobei ich auch sehr viele Makrofotos mache. Davor habe ich hauptsächlich Weitwinkelfotos von Mantarochen, Walhaien und Schildkröten gemacht.

Als ich vor Jahren das erste Mal ein Foto von einem Wunderpus gesehen habe, das nachts im offenen Meer geschossen wurde, war ich sofort fasziniert davon.

 

 

Was war dein erfolgreichstes Foto und wie entstand es?

 

Marco Steiner

 

Ich habe im Jänner 2019 mit Blackwater Tauchgängen auf den Malediven angefangen. Da ich damals der einzige hier war, der das überhaupt versucht hat, war es sehr schwer die richtige Stelle dafür zu finden. Nachdem es dann aber doch recht gut geklappt hat, habe ich mir eine Liste an Tieren erstellt die ich unbedingt sehen und fotografieren wollte. Ganz oben stand der Diamond Squid, von dem es damals noch nicht viele – und vor allem kaum gute Fotos gab!

 

Ich wusste schon ganz genau wie das Foto sein sollte, wenn ich dann tatsächlich einen finden würde. Und ich hatte das Glück tatsächlich kurz darauf den allerersten überhaupt auf den Malediven zu fotografieren.

 

Es war eher am Ende vom Tauchgang, als ich weit unter mir auf 15-20 m einen im Licht sah. Glücklicherweise war er nicht scheu und ich konnte einige Fotos zuerst von vorne und der Seite machen bevor ich dann direkt über ihm war und von oben so lange gewartet habe, bis alle Arme fast symmetrisch waren. Es war definitiv eines der schwersten Fotos, die ich jemals gemacht habe. Und deswegen zählt es für mich zu meinen erfolgreichsten.

 

Bei Wettbewerben wurde das aber auch so gesehen und es wurde beim GDT – Europäischer Naturfotograf des Jahres 2019, World Shootout 2020, Siena 2020 und vielen weiteren prämiert.

 

Marco Steiner, was möchtest du mit deinen Bildern vermitteln?

 

Marco Steiner

 

Aufzeigen, dass der Lebensraum Meer schützenswert und wichtig für uns alle ist! Ich glaube Menschen mit ihnen unbekannten Tieren zu begeistern, kann durchaus dazu beitragen, dass man sich überlegt was man selbst zum Schutz der Umwelt beitragen kann.

 

Gerade bei Blackwater fotografiert man ja hauptsächlich Tiere, die wie Aliens aussehen, ich glaube, dass das eine ganz andere Anziehungskraft hat für viele Menschen.

 

Die sich dann vielleicht das allererste Mal überhaupt Gedanken darüber, dass es im Meer für sie interessante Lebewesen gibt.

 

 

Welchen Rat würdest du anderen FotografInnen geben, bessere Fotos in deinem Themenbereich zu machen?

 

Marco Steiner

 

Bei der Unterwasserfotografie ist es wichtig sehr, sehr gut tauchen zu können, perfekte Tarierung ist dabei eine Grundvoraussetzung. Da man oft an Riffen taucht, ist dies vor allem zum Schutz des Lebensraums der Unterwasserwelt wichtig um nichts kaputt zu machen. Ich würde jedem interessierten Fotografen empfehlen zuerst das Tauchen zu erlernen und erst viel später anzufangen zu fotografieren.

 

Gerade bei Blackwater muss ich sagen, dass alle guten Fotografen zigtausende Tauchgänge haben, ansonsten ist es gar nicht möglich frei schwebend im offenen Meer Lebewesen zu fotografieren, die sich schnell bewegen und oft nur 2-3 mm groß sind.

 

Ansonsten sind Workshops natürlich immer gut, da man dabei recht schnell ein höheres Level erreichen kann. Ich habe mir fast alles selbst beigebracht, was allerdings Jahre gedauert hat, der Vorteil ist – das habe ich mittlerweile schon sehr oft gemerkt – dass ich Probleme schnell und relativ einfach selbst lösen kann. Wenn man sein ganzes Wissen ausschließlich von Workshops hat, wird man an Grenzen stoßen und oft bei kleinen Problemen bereits Hilfe von erfahrenen Fotografen brauchen.

 

Tauchtrips sollte man auch vor allem an Orte machen, an denen es andere Fotografen gibt, die weiterhelfen können. Viele Tauchschulen sind zB. ausschließlich auf Urlaubstaucher ausgerichtet und werden keine Rücksicht auf Fotografen nehmen. Wenn ich etwas plane, dann suche ich immer Tauchbasen aus, an denen ich die Fotos, die ich machen möchte, auch umsetzen kann – viel Recherche ist also notwendig!

 

 

 

Welche Projekte bzw. Vorhaben stehen in deiner Zukunft an, Marco Steiner?

 

Ein Galapagos-Trip nächstes Jahr im März, da meine Buchung für April 2020 wegen Covid-19 storniert wurde. Weitere Reisen nach Anilao und Romblon auf den Philippinen, da ich dort tagsüber Makrofotos machen kann und nachts Blackwater.

Ein Traum ist seit vielen Jahren auch die Antarktis, das ist aber finanziell nicht so einfach – steht aber sehr weit oben auf meiner To-Go-Liste!

 

 

Alle Fotos wurden von Marco Steiner gemacht und sind urheberrechtlich geschützt.

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