Interview mit Raimund Brandstätter

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Raimund Brandstätter begann sich intensiv mit der Vogelfotografie auseinanderzusetzen. Erst Jahre später entdeckte er auch die Makrofotografie für sich.

 

 

 

 

 

 

Auf welche Themenbereiche der Naturfotografie hast du dich spezialisiert und was inspiriert dich hierbei?

Als es mich durch meine Frau vor einigen Jahren ins Burgenland verschlug, staunte ich über die unglaubliche Vielfalt der Natur und Vogelwelt rund um den Neusiedler See. Der Wunsch, das alles in Bildern festzuhalten wurde größer und größer. Mit dem Kauf einer Digitalkamera ließ ich das Hobby „Fotografieren“, welches bei mir viele Jahre einen Dornröschenschlaf hielt, wieder aufleben. Aber ich wollte nicht einfach so knipsen. Ich wollte es richtig lernen, am besten von einem, der dieses Handwerk versteht.

So kam ich Dank Google zur Webseite von Gerhard Kummer. Ein Kurs über Vogelfotografie, von Montag bis Freitag, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, so stand es geschrieben. Und so war es dann auch. Wir waren drei Teilnehmer, ich hatte am wenigsten Ahnung was wir da fotografierten. Daher nannte ich sie einfach Vogel 1, 2, 3, und so weiter und so fort…..

Am Ende der Woche war ich infiziert. Es war anstrengend so früh aufzustehen, abends spät nach Hause zu kommen. Dann noch Bilder abspeichern, Akkus laden….. aber es war eine wunderbare Woche, kein Handy, ich ließ keinen beruflichen Stress an mich heran. Da wusste ich, das ist ein Hobby für mich!

Meine Themenbereiche sind sehr vielfältig, zuerst war es durch den Kurs hauptsächlich die Tier- und Vogelfotografie, gepaart mit ein bisschen Landschaftsfotografie. Seit nunmehr vier Jahren beschäftige ich mich sehr intensiv mit Makrofotografie. Mich fasziniert wie vielfältig die Natur hier ausgestattet ist.

 

Was war dein erfolgreichstes Foto und wie entstand es?

Es gibt sehr viele Fotos, die ich als erfolgreich ansehe. Sei es bei Wettbewerben, oder einfach nur mit besonderen Naturerlebnissen verbundene Fotos.

Bei Wettbewerben am erfolgreichsten war wohl mein Foto „Im Gleichschritt“. Es ist an einem windstillen Morgen im Po-Delta entstanden und zeigt vier Rosaflamingos in vollendeter Eleganz, gepaart mit perfekter Synchronisation unter Beobachtung einer Seeschwalbe. Dieses Foto war Preisträger beim VTNÖ-Wettbewerb, bei den Glanzlichtern und bei Euronatur.

 

Im Gleichschritt

 

Meine persönlichen Lieblingsbilder sind aber zwei Makroaufnahmen, ein Foto ist die Makroaufnahme „Zweisamkeit“, mit dem ich in der Kategorie „Insekten und Spinnentiere“ beim VTNÖ-Wettbewerb 2016 gewann. Das zweite ist „Funkenflug, welches 2017 in der Kategorie Pflanzen siegreich war.

 

 

 

Raimund Brandstätter, was möchtest du mit deinen Bildern vermitteln?

Ich möchte meinen Mitmenschen zeigen, wie vielfältig, einzigartig und schützenswert unsere Natur ist. Ich möchte gerne vermitteln, dass man nicht unbedingt in ferne Länder reisen muss, um diese Naturwunder zu betrachten. Es ist ausreichend die Augen zu öffnen, den Blick dafür zu schärfen, und schon begibt man sich auch zuhause und rundum auf eine ganz besondere Entdeckungsreise.

 

Im ersten Licht

 

Schön wäre wenn auch ich so einen kleinen Beitrag dazu leisten kann, die Menschen wachzurütteln. Ihnen vor Augen führen kann, wie

  • viel wir schon zerstört haben
  • klein die natürlichen Lebensräume geworden sind
  • viele Lebewesen durch unsere Schuld mittlerweile in ihrer Existenz bedroht sind.

Es geht uns alle an, ich glaube daran, dass wir diesen Prozess jetzt noch gemeinsam stoppen und umkehren können… Wenn einige durch meine Fotos dazu inspiriert werden, die Natur sorgfältiger zu behandeln dann habe ich schon sehr viel erreicht.

 

Welchen Rat würdest du einem anderen FotografInnen geben, bessere Fotos in deinem Themenbereich zu machen?

Gerade in der Naturfotografie ist es wichtig, sich im Vorfeld genauer mit dem Motiv auseinanderzusetzen. Meine Frau und ich nennen das „scouten“. Wir versuchen herauszufinden, welche Gewohnheiten, welche Verhaltensmuster Tiere, Vögel und Insekten zeigen. Das alles versuchen wir dann bei unseren Fotoausflügen zu berücksichtigen. Gerade bei scheuen Tieren und Vögeln ist viel Geduld gefordert. Oft macht schon alleine der Tag in der Natur glücklich, auch wenn nicht das erhoffte Foto entstanden ist.

 

Im letzten Licht

 

Das allgemein gültige Rezept zu einem erfolgreichen Foto gibt es nicht, Wildlife-Fotografie ist nicht planbar … Überraschungen stehen auf der Tagesordnung.

Für mich war eine ganz wichtige Erkenntnis: Hast du etwas Besonderes auf deinen Streifzügen gefunden, kannst du fast gar nicht zu viele Fotos davon machen. Du solltest den großen Vorteil der digitalen Fotografie unbedingt ausnützen. Es kann oft viele Jahre dauern, bis sich wieder eine ähnliche Chance ergibt.

 

Welche Projekte bzw. Vorhaben stehen in deiner Zukunft an?

Bei mir hat die nahe Zukunft schon von vier Jahren begonnen, als ich mit meiner Ausrüstung mitten unter Murmeltieren einen Herzinfarkt erlitten habe. Da habe ich mir geschworen, gleich einmal mit einem großen Traum von mir, eine Fotowoche im Donaudelta zu verbringen, zu starten. Ich habe das 2016 gleich verwirklicht. Und wiederholte diese Reise mit meiner Frau gleich noch zweimal. Die vielen Pelikane im Delta haben mich süchtig nach diesem unglaublich artenreichen Gebiet gemacht.

 

Pelikane

 

Für ein besonders großes Reiseziel spare ich noch. Ich möchte einmal im Winter den Yellowstone Nationalpark besuchen. Ich war in den 80ern im Sommer einmal dort, und stelle mir diese Landschaft im Winter noch reizvoller vor.

Auch das Projekt Stressabbau durch Altersteilzeit habe ich mittlerweile erfolgreich gestartet. Das ermöglicht mir jetzt unzählige kleine Fotoausflüge im Bereich Steiermark und Burgenland zu machen. Es ist also damit zu rechnen, dass meine Freunde auf Facebook auch in Zukunft wöchentlich Fotos von meinen Touren zu sehen bekommen.

 

Alle Fotos wurden von Raimund Brandstätter gemacht und sind urheberrechtlich geschützt. Mehr seiner Fotos findest du auf seiner Facebookseite.

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