Rückblick Regionaltreffen Donau-Auen

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Anfang Mai 2019 fand gemeinsam mit dem NFS (Naturfotografen Schweiz) das lang geplante gemeinsame Regionaltreffen im Nationalpark Donau-Auen statt. Und trotz schlechter Wettervorhersage ließen sich viele FotografInnen beider Vereine nicht davon abhalten anzureisen. Gemeinsam verbrachten wir einige sehr lustige, unterhaltsame, spannende und lehrreiche Tage im Nationalpark!

 

Miese Wettervorhersage

Ein Blick auf die Großwetterlage des ersten Mai-Wochenendes ließ wenig Trockenes erwarten… Sintflutartige Niederschläge brauten sich im Verlauf der anstehenden Tage zusammen und schienen den Donau-Auen im Osten Wiens absolut gerecht zu werden. „Auwald“… ein „Wasserwald“ eben. Nur gut, dass man zu Hause im Warmen und Trockenen… Nein! Mist, da stand doch etwas im Kalender?! Richtig! Unser Regionaltreffen, zusammen mit den Freunden der Naturfotografen Schweiz – einer der Höhepunkte im heurigen Vereinsjahr – war geplant. Und das ausgerechnet im, dem (sinnbildlich) kurzfristigen Untergang geweihten, Nationalpark Donau-Auen.

Doch über 50 Personen, ein neuer Rekord an TeilnehmerInnen, ließen sich keineswegs von dubiosen Wettervorhersagen beirren. Sie fanden sich in bester Stimmung am Donnerstagabend im Hotel Marc Aurel in Petronell / Carnuntum ein. In der gelösten abendlichen Stimmung wechselten sich alsbald die Themen ab: Vom gegenseitigen Mut zusprechen und Ausrüstungstipps bei Hochwasser über schiere Ignoranz jeglicher meteorologischer Erkenntnisse bis hin zu einem gewissen Fatalismus! Aber es sollte alles ganz anders werden, als gedacht…

 

Kurzweilige und sehr unterhaltsame Auwanderung in den Donau-Auen

Der nächste Morgen erwartete uns bei bestem Fotografenwetter. Mit der Fähre überquerten wir die Donau. Die folgende Wanderung wurde zu einem Genuss. Denn die Betreuung erfolgte durch Franz Josef Kovacs, seines Zeichens Urgestein des VTNÖ und „Hausherr“ in den Donau-Auen. Durch seinen Beruf als Nationalpark-Förster kennt er nahezu jeden Baum und jedes Blümchen persönlich. Franz lieferte eine kabarettreife Mischung aus Insiderwissen und kurzweiliger Führung durch das letzte, großflächig zusammenhängende Auenparadies Mitteleuropas.

 

Franz Kovacs stellt sich vor. (c) Sonja Jordan

 

 

Die Mittagsrast im Nationalparkzentrum schlossORTH und auch der Rückweg zur Donau vergingen wie im Flug. Angesichts der wohlwollenden Witterung fielen den Verantwortlichen des Regionalstreffens ganze Bergwerke an Steinen vom Herzen! Wenn … ja, wenn da nicht die Prognosen für den kommenden Samstag, den Tag der großen Bootsfahrt auf der Donau, gewesen wären. Land unter! Und das bei 50 gebuchten TeilnehmerInnen, aufgeteilt auf sechs Schlauchboote!

Wohlgemerkt: „ganztägig“ und „Schlauchboot“…  Hinter den Kulissen begann hektisches Umorganisieren, Improvisieren und Tüfteln an optimalen Ersatzprogrammen. Folglich konnte Dank des wohlmeinenden und flexiblen Nationalpark-Teams und den dazugehörigen Rangern ein halbwegs Dauerregen-geeichter Exkursionsverlauf als Alternative hervorgezaubert werden. Das bedeutete in der Kurzfassung: Wetterfeste FotografInnen sollten in den Genuss einer etwas verkürzten Bootsfahrt gelangen. Während jene, die zwar keinen trockenen, aber zumindest festen Boden unter den Füßen verspüren wollten, eine abwechslungsreiche Exkursion zur Ruine Röthelstein sowie in das Storchenreservat Marchegg erwarten durften!

 

Kampf um die Donau-Auen – Vortrag von Prof. Bernd Lötsch

Ein weiterer Höhepunkt des Tages war der abendliche Vortrag von Prof. Bernd Lötsch. Denn mit seinen rhetorisch brillanten und authentischen Reflexionen zur Entstehungsgeschichte des Nationalparks Donau-Auen zog er alle in den Bann. Das wohl umwelthistorisch bedeutsamste Zeugnis zivilen Ungehorsams gegenüber dem Staat – die Besetzung der Stopfenreuther und Hainburger Auen im Winter 1984/85 – wurde durch ihn aus der Sicht eines Hauptakteurs wiedergegeben. Und faszinierte knapp 35 Jahre danach noch immer durch die unvergleichliche Dramatik jener Dezembertage!

 

Gemeinsame Paddeltour auf der Donau

Am nächsten Morgen… war wieder einmal alles ganz anders! Angesicht der geballten Präsenz an schweizerischen und österreichischen FotografInnen zeigte die Regenfront noch einmal Erbarmen – allen meteorologischen Gutachten zum Trotz. So wurde unser Festhalten an den ursprünglichen Plänen zur Bootsfahrt mit einem – angesichts der Umstände – regelrechten Prachtwetter belohnt. Dadurch konnten wir eine phantastische Fahrt auf der frei fließenden Donau erleben. Darüber hinaus konnten wir auch in verträumten Altarm-Abschnitten der Faszination dieser so urtümlichen Auenlandschaft erliegen!

 

Die Donau-Paddler (c) Sonja Jordan

 

 

Am Himmel kreisende Seeadler waren dabei nur das sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem „i“. Nach einem stärkenden Umtrunk an der Marchmündung in der Slowakei trafen die BootsfahrerInnen am späten Nachmittag im Hotel ein.

 

Ruine Röthelstein und Naturreservat Marchegg

Zwei ortskundige Nationalpark-Ranger führten die Land-FotografInnen zuerst zur Ruine Röthelstein. Währenddessen erzählten die beiden sehr kompetenten Ranger über die Geschichte von Hainburg, über die Besonderheiten des Trockenrasens und seine tierischen Bewohner bis hin zum Schiffsverkehr. Zudem gab es viele Informationen rund um Pflanzen und Tiere der Region.

Der Nachmittag führte die FotografInnen ins Naturreservat Marchegg. Dort sollten zuerst die Störche im Fokus stehen. Doch die waren bei dem zwar viel besseren, aber nicht optimalen Wetter ein bisschen flugfaul. Ganz anders waren das bei den Konik-Pferden, die für einen Teil der Marchegg-Auen die Landschaftspflege übernehmen. Diese hatten keinerlei Berührungsängste und inspizierten so manchen Fotorucksack sehr genau. Damit kamen auch die „Landgänger“ voll auf ihre Kosten.

 

Toni hat Spaß bei den Wildpferden (c) Christine Sersch

 

 

Gemütlicher Abend

Im Hotel trafen sich alle Teilnehmer zu einem köstlichen Abendessen. Anschließend hatten alle viel zu erzählen – egal ob sie mit dem Boot oder zu Fuß unterwegs waren.

Bei vielen anregenden Gesprächen tagsüber und bei geselligen Abenden kam die Begeisterung über die grenzüberschreitenden Treffen mit befreundeten Naturfotografie-Verbänden zum Ausdruck. Und zugleich wurde ein mögliches weiteres Treffen in der Schweiz im Jahr 2021 angekündigt! Folglich war dieses FotografInnen-Treffen ein voller Erfolg. Trotz aller im Verlauf dieser Tage hinzugekommenen grauen Haare. Und einmal mehr wurde unter Beweis gestellt, dass die NaturfotografInnen eine große „Familie“ sind. Ungeachtet der Grenzen und / oder sprachlichen Barrieren fühlte sich jeder zu Hause und willkommen. Sei es nun in Südtirol, der Schweiz, Deutschland oder an anderen Plätzen dieses so einzigartigen Planeten!

Der VTNÖ befindet sich auf einem gelungenen Weg, die Kontakte zu unseren befreundeten Verbänden weiter und vor allem dauerhaft zu festigen. Und das Vorstandsteam  wird sich auch weiterhin bemühen, phantastische Natur mit kurzweiligen Regionaltreffen zu einer perfekten Symbiose zu verbinden!

 

 

 

Und wie unsere Gäste aus der Schweiz dieses Wochenende erlebt haben, kannst du auf der Seite der Naturfotografen Schweiz lesen.

Möchtest du auch ab und zu gemeinsam mit Gleichgesinnten Fotografieren? Oder dich über die neuesten Techniken, Ideen und Motive austauschen? Und noch mehr Vorteile des VTNÖ nützen? Wir freuen uns auf dich!

 

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