Rückblick Regionaltreffen Hohe Tauern, 10. – 12. Juli 2026

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Hochalpine Landschaften, frühe Wecker, jede Menge Höhenmeter und – zum Glück – auch das ein oder andere tierische Fotomotiv: Von 10. bis 12. Juli führte uns das Regionaltreffen in den Nationalpark Hohe Tauern an die Großglockner Hochalpenstraße. Und schnell zeigte sich: Dieses Wochenende würde nicht nur fotografisch einiges zu bieten haben, sondern uns stellenweise auch körperlich ein wenig fordern.

 

 

Ein heißer Start ins Wochenende im NP Hohe Tauern

 

Am Freitag traf sich eine stattliche Gruppe beim Glocknerhaus, bevor wir gemeinsam zu unserer ersten Tour in Richtung Gletschervorfeld der Pasterze aufbrachen. Die Temperaturen meinten es dabei fast ein bisschen zu gut mit uns. Wir starteten noch in voller Besetzung, doch mit jedem Höhenmeter schien unsere Gruppe ein wenig kleiner zu werden. Nach und nach entschieden sich ein paar vernünftige Teilnehmer:innen dafür, der Hitze den Sieg zu überlassen und umzudrehen. Eine kleine VTNÖ-Version von „und dann waren’s nur noch …“ sozusagen.

 

Für alle, egal ob Rückkehr oder nicht, gab es einiges zu entdecken. Besonders auffällig waren die vielen Schmetterlinge, die uns entlang des Weges immer wieder zu kleinen Fotostopps verführten. Und wie das bei Naturfotograf:innen nun einmal so ist, kann aus einem „Da sitzt ein Schmetterling!“ schnell eine etwas längere Pause werden.

 

Nach der ersten Tour hieß es dann erst einmal: einchecken im Glocknerhaus. Traumhafte Lage, aber definitiv mit echtem Hüttencharme. Duschen und Warmwasser gab es gegen Bezahlung und offenbar auch ein bisschen nach dem Motto „first come, first serve“. Wer nach der Hitzetour also noch auf eine Dusche hoffte, sollte besser nicht zu lange herumtrödeln.

 

Ein Teil unserer Gruppe bezog außerdem das Bettenlager – beste Voraussetzungen für das ohnehin schon kurze Nachtprogramm. Schließlich sollte der Wecker am nächsten Morgen sehr früh klingeln. Die eigentliche Frage war also weniger, ob man rechtzeitig aufstehen würde, sondern eher, ob man davor trotz schnarchender Nachbarn überhaupt genug Schlaf bekam.

 

Allzu viel Zeit zum Erholen blieb ohnehin nicht, denn am Abend ging es nach dem Essen noch einmal los auf Murmeltier-Suche. Anschließend ließen wir den ersten Tag bei einem gemeinsamen Getränk gemütlich ausklingen – zumindest so gemütlich, wie es mit Blick auf den nächsten Wecker eben möglich war.

 

 

Früher Vogel sucht Schneehuhn

 

Noch vor Sonnenaufgang ging es am Samstag los, mit einem ganz besonderen Ziel: Schneehühner. Und das frühe Aufstehen sollte sich tatsächlich auszahlen. Wir hatten Glück und konnten die gut getarnten Hochgebirgsvögel entdecken und fotografieren. Ein Auftakt, wie man ihn sich für einen langen Fototag wohl kaum besser wünschen kann.

 

 

Nach diesem ersten Erfolg wartete bereits nach dem Frühstück das nächste Ziel auf uns: die Geiersuche. Dafür ging es wiederum zu Fuß in die Höhe und stellenweise durchaus luftig dahin. Am geplanten Beobachtungspunkt angekommen, hieß es dann: Augen Richtung Himmel und warten. Die Geier waren auch da. Theoretisch.

 

Praktisch hatten sie offenbar beschlossen, unseren Standort an diesem Tag eher großräumig zu umfliegen. So konnten wir zwar immer wieder Vögel beobachten, für die erhofften nahen Fotos hatten die Gänsegeier aber andere Pläne. Wildtierfotografie eben… Wunschmotiv bestellt, heißt bekanntlich noch lange nicht Wunschmotiv geliefert.

 

 

Zu Besuch bei den Schneesperlingen

 

Zu Mittag wartete dafür ein Programmpunkt auf uns, der bei der gesamten Gruppe für große Begeisterung sorgte. Gemeinsam mit dem Team von Schneesperling Austria bekamen wir spannende Einblicke in die Forschung rund um diese hochalpine Vogelart. Uns wurde nicht nur von der Arbeit und den Untersuchungen an den Schneesperlingen erzählt, sondern wir durften auch bei der Beringung eines Jungvogels dabei sein. So konnten wir einmal ganz unmittelbar miterleben, wie solche wissenschaftlichen Erhebungen ablaufen und welche Informationen dadurch über die Tiere gesammelt werden können.

Für viele von uns definitiv eines der Highlights des Wochenende, schließlich bekommt man als Naturfotograf:in eine Art meistens durchs Teleobjektiv zu sehen und eher selten im Rahmen eines Forschungsprojektes aus einer völlig anderen Perspektive.

 

 

 

Steinböcke zum Sonnenuntergang im NP Hohe Tauern

 

Nach einer wohlverdienten Stärkung ging es am Nachmittag noch einmal los. Unser Ziel war die Gamsgrube, wo wir auf Steinböcke hofften. Und diesmal spielte die Tierwelt mit. Wir konnten mehrere Steinböcke beobachten, die wunderschön entlang des Grates unterwegs waren und uns vor der beeindruckenden Kulisse des Hochgebirges einige tolle, wenn auch eher kreative Fotomöglichkeiten boten. Ganz nah wollten sie zwar nicht zu uns kommen, aber bei diesem Panorama ließ sich das durchaus verschmerzen.

 

Dazu kam ein wunderschöner Sonnenuntergang, der einen langen und ziemlich ereignisreichen Samstag perfekt abschloss. Nach Schneehühnern, Geiern, Schneesperlingen, Steinböcken und einigen Höhenmetern dürften an diesem Abend jedenfalls nicht mehr allzu viele Einschlafprobleme gehabt haben.

 

 

 

 

Noch einmal früh aufstehen

 

Trotzdem hieß es am Sonntagmorgen: noch einmal raus aus den Betten. Ein zweiter Versuch bei den Schneehühnern stand am Programm. Nachdem wir am Vortag so erfolgreich gewesen waren, waren die Erwartungen natürlich entsprechend groß. Die Schneehühner sahen das allerdings anders und zeigten uns noch einmal sehr deutlich, wer bei der Wildtierfotografie eigentlich das Programm bestimmt. Diesmal blieb die große Ausbeute aus.

 

Aber vielleicht gehört auch genau das zu solchen Treffen dazu: Nicht jede Tour endet mit vollen Speicherkarten und nicht jedes Tier hält sich an unseren Zeitplan. Nach dem gemeinsamen Frühstück löste sich unsere Gruppe schließlich langsam auf und alle machten sich individuell auf den Heimweg.

 

Ein Wochenende zwischen Fotografie und Höhenmetern

 

Was bleibt, sind viele unterschiedliche Eindrücke eines intensiven Wochenendes im Nationalpark Hohe Tauern: Schmetterlinge am Wegesrand, Schneehühner im ersten Morgenlicht, vorbeiziehende Geier, spannende Einblicke in die Schneesperlingsforschung, Steinböcke am Grat und natürlich jede Menge gemeinsamer Kilometer und Höhenmeter.

 

Vielleicht waren die Wege dieses Mal ein bisschen steiler, die Wecker ein bisschen früher und die Beine am Ende ein bisschen schwerer, als bei so manch anderem Regionaltreffen, aber genau diese Mischung aus Naturerlebnis, Fotografie, gemeinsamem Unterwegssein und fachlichem Austausch machte die drei Tage rund um die Großglockner Hochalpenstraße besonders.

 

Und am Ende zeigt sich ohnehin immer wieder: Die besten Erinnerungen entstehen nicht ausschließlich dann, wenn das perfekte Tier im perfekten Licht direkt vor der Kamera auftaucht.

 

Manchmal entstehen sie auch irgendwo am Berg, während man gemeinsam darauf wartet, dass der Geier bitte endlich ein bisschen näher fliegt.

 

Vielen Dank an alle, die im NP Hohe Tauern dabei waren und dieses Wochenende zu einem gelungenen Regionaltreffen gemacht haben!

 

 

 

 

Die Fotos wurden von Hannah Assil, Michael Kihm & Reinhard Habermayer gemacht und sind urheberrechtlich geschützt.

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