Von der Zoo- zur Wildlife-Fotografie

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Soll man als Naturfotograf in den Zoo gehen, um zu fotografieren? Ich meine, es kommt auf den Gesichtspunkt an. Es gibt verschiedene Gründe einen Zoo zu besuchen.

Aller Anfang ist schwer

Stehst du am Anfang der (Tier-)Fotografie bieten sich Zoos an, die eigenen fotografischen Fertigkeiten und den Umgang mit der Kamera zu trainieren. Gerade zu Beginn deiner fotografischen Karriere wirst du deine Ausrüstung noch nicht sehr gut kennen.

Und hast du nicht gerade in Richtung Biologie studiert oder schon seit Kindheitstagen Lexika oder Tierbücher verschlungen, ist dein Wissen über die diversen (heimischen) Tierarten wahrscheinlich noch nicht sehr ausgeprägt.

Vielleicht möchtest du dir auch nicht gleich eine teure Fotoausrüstung bestehend aus diversen Teleobjektiven und Equipment zur Tarnung leisten.

 

Alpenzoo Innsbruck - Bartgeier / Gypaetus barbatus / Lämmergeier
Alpenzoo Innsbruck – Bartgeier / Gypaetus barbatus / Lämmergeier

 

Die Motivation

Hast du gerade mit dem Fotografieren begonnen, ist die Motivation gute Bilder der Tiere auf die Speicherkarte zu bannen sehr groß. Aber schnell kommt die Ernüchterung, dass dieses Unterfangen gar nicht so leicht ist. Und aus der anfänglichen Motivation wird Frust und Enttäuschung, wenn es nicht alles so funktioniert wie es sollte. Keine Angst, so ging es jedem Fotografen zu Beginn.

Gerade zu Beginn ist der Gang in die Natur ein schwieriges Unterfangen – für jeden! Jeder stellt zu Beginn fest, dass das Fotografieren von Vögeln, Eichhörnchen & Co gar nicht so einfach ist.

 

Tierpark Haag – Mantelpavian / Papio hamadryas

 

Der Gang in den Zoo oder Wildpark

Und hier kommt ein Besuch eines Zoos oder Wildpark ins Spiel. Du benötigst kein großes Wissen über die Tiere, du brauchst keine teure Fotoausrüstung und schon gar keine Tarnausrüstung. In der Regel reicht dir eine Kamera mit Brennweiten bis zu 300 mm. Natürlich schadet es nicht eine größere Brennweite zu haben. Nachdem in den Zoos verschiedene Tierarten zu bestaunen sind, wirst du mit Sicherheit mit Fotos nach Hause kommen, die dir gefallen.

Natürlich musst du dir auch in den Zoos Zeit nehmen. Denn das Areal ist oft sehr groß und es gibt sehr viele Tiere zu sehen. Das heißt du brauchst Geduld. Wenn das Tier gar nicht zu sehen ist oder es sich für dich einfach nicht so positioniert wie du es gerne hättest, harre ein wenig aus. Oft hilft es, das Gehege später noch einmal zu besuchen.

 

Zoo Schmiding – Gepard / Acinonyx jubatus

 

Zoo- vs. Wildlife-Fotografie

Im Gegensatz zur Wildlife-Fotografie wird im Zoo kein stundenlanges Ansitzen oder eine längere Pirsch notwendig sein, um im schlechtesten Fall mit einem (unscharfen) oder gar keinem Foto nach Hause zu gehen. Von diesen Situationen wird dir jeder Wildlife-Fotograf berichten können.

Bei den Tieren, die in den Zoos zu sehen sind, findest du nicht nur den Namen des Tieres, sondern meist genauere Informationen wie zum Beispiel Herkunft, Nahrung und manchmal die Lebensweise in Kurzfassung. Eventuell besteht die Möglichkeit, den Pflegern noch so manche Informationen zu entlocken. Hierfür bieten sich öffentliche Fütterungen an, die als Attraktion für die Besucher angeboten werden. Diese sind eine tolle Gelegenheit für spannende Fotos. Wenn die Fütterungszeiten nicht auf der Homepage veröffentlicht sind, erfährst du diese vor Ort.

Außerdem präsentieren Zoos diverse Neuigkeiten wie Geburten gerne auf der Homepage oder ihren Social Media Kanälen wie zum Beispiel Facebook.

Diese Informationen wirst du beim Besuch in der Natur nicht haben, hier heißt es vorab recherchieren bzw. Bücher wälzen.

 

Zoo Schmiding – Flamingo / Phoenicopteridae

 

Wie kannst du die Tiere nun optimal in Szene setzen?

Auf jeden Fall solltest du dich darauf einstellen, deinen „Haus-Zoo“ öfters zu besuchen, um das Verhalten der Tiere besser kennen zu lernen. Tiere haben einen eigenen Charakter. Der kommt immer wieder zum Vorschein (z. B. Stärke demonstrieren, Neugierde, Ruhe suchen etc.). Mit der Zeit kennst du die Lieblingsplätze der Tiere und weißt, welche sie zu bestimmten Zeiten immer wieder aufsuchen.

Die Frage nach der besten Uhrzeit kann ich nicht pauschal beantworten. Sie ist sicher auch von Zoo zu Zoo unterschiedlich. Allerdings stellte ich oft fest, dass die Tiere etwas unruhiger wurden, wenn viele Menschen im Zoo sind. Des weiteren ziehen sich viele Tiere bei (starker) Hitze zurück. Meine Erfahrung zeigt, dass es während der Woche, vormittags oder später Nachmittag am Besten zu fotografieren war.

Ein zusätzlicher Faktor ist der Sonnenstand. So kann es vorkommen, dass je nach Anordnung der Gehege, diese entweder am Vormittag oder am Nachmittag im Schatten liegen. Abhängig von der Tageszeit musst du vielleicht auch einmal gegen die Sonnen fotografieren. Ich versuche dies weitgehend zu vermeiden. Mir persönlich ist es lieber, die Sonne im Rücken zu habe, sodass sich diese im Auge der Tiere reflektieren. Aber vielleicht entwickelst du ja deinen eigenen Bildstil.

Zur Bildgestaltung kann ich sagen, dass hier weitgehend die allgemein bekannten Gestaltungsregeln (z. B. Drittelregel), welche du immer wieder in der Literatur lesen wirst, anwenden kannst. Zusätzlich solltest du darauf achten, dass du die Tiere – wenn möglich – auf Augenhöhe fotografierst. Dies bedeutet natürlich für dich sehr oft in die Hocke zu gehen.

Kurz noch zum Thema Fototechnik: Viele Gehege der Zoos sind mit Maschendrahtzäunen oder Glas geschützt. Das heißt leider für dich, dass du keine freie Sicht zu den Tieren hast. Damit du keine Zäune dein Bild stören, verwendest du eine große Blende (z. B. im Bereich f/2.8 – f/5.6, je nachdem was dein Objektiv anbietet). Zusätzlich solltest du durch den Zoom kein Gitter mehr im Bild erkennen. Dafür stellst du dich parallel zum Zaun. Um Glasspiegelungen zu vermeiden kannst du das Objektiv direkt am Glas anlegen. Aber Vorsicht: Bitte keine Absperrungen übertreten! Das mag das Personal der Zoos nicht.

Nach einiger Zeit und etwas Übung wirst du sehr schöne Tierbilder nach Hause nehmen. Speziell wenn du deine Beobachtungsgabe geschult hast und deine Kamera gut kennst.

 

Zoo Schmiding – Känguru / Macropodidae

 

Was kommt als Nächstes?

Mir haben die Erfahrungen aus den Zoos in der Natur sehr geholfen. Was könnte also dein nächster Schritt sein? Zum Beispiel der Gang in den Park, den örtlichen Wald oder vielleicht auch bewaldete Friedhöfe, die von Menschen immer wieder aufgesucht werden. Denn hier sind die Tiere an uns gewöhnt. Aber natürlich wird dies nicht in jenem Umfang sein, wie in den Zoos. Also ist hier auch Geduld erforderlich. Nach einiger Zeit, wirst du auch hier tolle Aufnahmen machen.

Weitere Gründe für den Besuch eines Zoos oder Wildparks

Natürlich gibt es noch einige weitere Gründe Zoos und Wildparks zu besuchen. An erster Stelle kann auch ein gemütlicher Familienausflug stehen.

Zusätzlich beteiligen sich viele Zoos an Arterhaltungsprogrammen. Durch deinen Eintritt und Spenden wird dies erst möglich. Bedenke dabei, dass es ohne diese Programme so manche Tierarten in den Regionen nicht mehr gäbe. Wenn du darüber mehr wissen möchtest, besuche die Homepages der Zoos oder der Organisationen wie EAZA oder WAZA.

Also was hindert dich, einen Zoo zu besuchen?

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