Zu Besuch bei Borneos Orang Utans

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Zeitig in der Früh bringt uns unser Flug von Jakarta nach Pangkalan Bun in Borneo. Unser Ziel ist es Orang Utans zu finden. Sie stehen auf der Liste der bedrohten Tierarten ganz oben und schon lange war es mein großer Wunsch diese Tiere in freier Wildbahn zu beobachten. Da ihr Lebensraum immer weiter zerstört wird und die Jagd auf junge Orang Utans noch immer weit verbreitet ist, sind diese Tiere vom Aussterben bedroht. Die einzigen Orte, an denen Orang Utans in freier Wildbahn noch leben können, sind die beiden indonesischen Inseln Sumatra und Borneo.

 

Ein paar Kilometer vom Hafen in Kumai flussaufwärts entfernt biegen wir mit unserem Boot, Klotok genannt, ab in den Sekonyer Fluss. Hier ist auch die Einfahrt in den Tanjung Puting Nationalpark. Ruhig tuckert das Boot auf dem Fluss entlang, während eine wunderschöne Dschungellandschaft an uns langsam vorüberzieht. Es geht ca. 20 km tief in den Regenwald hinein.

 

 

Flusslandschaft am Sekonyer
Flusslandschaft am Sekonyer

 

 

Wir kommen den Auswilderungsstationen näher

 

Die drei Beobachtungsstellen, dir wir aufsuchen, gehören zu Auswilderungsstationen. Die bekannteste Station, das Camp Leakey, wurde 1971 hier im Nationalpark gegründet. Noch immer werden in Indonesien viele Orang Utan Babys gefangen und an private Haushalte verkauft. Die Mütter der Orang Utan Babys werden von den Wilderern getötet. Die Auffangstation versorgt derzeit mehr als 300 Orang Utans. Neben den vielen Waisentieren, die aus den privaten Haushalten konfisziert wurden, wurden andere, meist ältere Tiere, in den an den Wald angrenzenden Palmölplantagen oder auf der Flucht aus einem brennenden Waldgebiet gefangen. Viele der Tiere sind schwer traumatisiert und haben Krankheiten und Verletzungen. Ohne eine intensive Betreuung würden sie nicht überleben. In den Auffangstationen werden die Tiere auf ein selbstständiges Leben im Dschungel vorbereitet. Die Tiere, die wir hier im Wald so nah beobachten können, sind also fast alle „semi-wilde“ Tiere und werden nach wie vor an bestimmten Stellen im Wald gefüttert.

 

 

Ein junger Orang Utan kommt langsam näher.
Ein junger Orang Utan kommt langsam näher.

 

 

 

 

Auf kleinen unbefestigten Trampelpfaden bahnen wir uns unseren Weg in den Dschungel.  Es dauert auch nicht lange: Plötzlich knacken die Äste und das Laub raschelt. Wenn die Tiere kommen, kann von Heranschleichen wahrlich keine Rede sein! Das haben die Orang Utans aber auch nicht nötig, denn außer den Menschen haben sie keine natürlichen Feinde. Ich blicke nach oben und sehe die ersten Tiere – ein unglaublicher Anblick, wie sie elegant von Ast zu Ast klettern. Manche der Tiere haben kleine Babys, die sich im Fell der Mutter festklammern und neugierig auf uns herabblicken. Es ist ein wunderschönes Gefühl diese Tiere hier eine Weile beobachten zu dürfen!

 

 

Erneute Begegnungen

 

Auch in den nächsten Tagen verbringen wir immer wieder einige Zeit bei den Tieren im Dschungel und können viele interessante Situationen beobachten.

 

 

 

 

Ein spannender Moment, als das große Alphamännchen sich durch das Knacken brechender Äste im Blätterdach ankündigt! Mit der Gelassenheit der jüngeren Orang Utans ist es schnell vorbei, schnell schnappen sie sich noch ein paar Bananen, bevor sie das Feld für den großen Artgenossen räumen. Im dichten Blätterdach verlieren wir das Männchen für einige Zeit aus den Augen. Es dauert aber nicht lange, bevor er im Busch neben uns wieder auftaucht. Groß und voller Kraft strotzend steht er nur ein paar Meter vor uns. Er schnappt sich ebenfalls ein paar Bananen und verschwindet sofort wieder im Dickicht des Dschungels. Witzig anzusehen sind die kleinen Orang Utans, die sich immer wieder zwischendurch von den Muttertieren entfernen und selbst die Gegend ein bisschen erkunden, bevor sie wieder Schutz suchen und zurückkommen.

 

Es raschelt in den Baumkronen.
Es raschelt in den Baumkronen.

 

 

2 Responses

  1. Brigitte Kaar
    | Antworten

    Danke für den Blog. Eine schöne Erinnerung für mich. 2018 hatte ich auch das Glück diese wunderbaren Tiere zu beobachten und zu fotografieren.

  2. Sonja Jordan
    | Antworten

    Hallo Brigitte!
    Schön, dass du das auch erleben konntest! Es ist einfach wunderbar diese Tiere in freier Wildbahn beobachten zu können!

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